KI-Kennzeichnungspflicht: Alles, was Sie wissen müssen!
Luisa Justies
1. August 2026
Seit dem 2. August 2026 gilt der Artikel 50 des EU AI Acts, der eine klare Kennzeichnungspflicht für Inhalte vorschreibt, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder bearbeitet wurden. Was das konkret bedeutet und was Sie beachten müssen, erfahren Sie in diesem Beitrag.
Warum gibt es eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte?
Die Einführung dieser Regelung soll Transparenz schaffen, indem Nutzer besser erkennen können, welche Inhalte von KI-Systemen generiert oder manipuliert wurden. So wird es einfacher, potenzielle Falschinformationen zu erkennen und bewusster mit KI-unterstützten Medien umzugehen.
Welche Inhalte müssen gekennzeichnet werden?
Die Regelung umfasst eine Vielzahl von Inhalten, darunter insbesondere:
Deepfakes: Media-Inhalte (Bilder, Videos, Audio), die täuschend echt wirken und mit Hilfe von KI erstellt oder verändert wurden, müssen klar als KI-generiert oder KI-manipuliert gekennzeichnet werden.
KI-erstellte Texte: Texte, die sich auf öffentliche Themen wie Politik, Gesundheit oder Sicherheit beziehen, benötigen ebenfalls eine Kennzeichnung – außer sie wurden von einer redaktionellen Instanz überprüft.
Andere Inhalte: Selbst bei minimalen Anpassungen, wie Farbkorrekturen oder der Behebung von Bildfehlern, können Sonderregelungen gelten. Mehr dazu unter den „Ausnahmen“.
Welche Ausnahmen gelten bei KI-Kennzeichnungspflichten?
Es gibt einige Ausnahmen, bei denen die Kennzeichnungspflicht gelockert wird:
Künstlerische oder fiktionale Werke: Diese dürfen mit einer dezenten Kennzeichnung versehen werden, beispielsweise am Rand eines Videos oder unter einem Bild.
Kleine Anpassungen: Farbkorrekturen oder technische Fehlerbehebungen (z. B. Staubflecken auf einem Bild entfernen) müssen nicht eigens ausgezeichnet werden.
Achten Sie darauf, Ihre Inhalte genau zu prüfen, um Missverständnisse zu vermeiden.
Wie kennzeichnen Sie KI-Inhalte korrekt?
Laut der Verordnung müssen KI-generierte Inhalte klar sichtbar gekennzeichnet werden. Es gibt zwei Hauptoptionen:
Textbasierte Kennzeichnung: Ein einfacher Hinweis wie „Erstellt mit KI“ oder „KI-manipuliert“ genügt, solange er eindeutig platziert ist. Beispiele hierfür wären:
Am Beginn eines Artikels.
Direkt unter einem Bild oder Video.
Offizielle EU-Icons: Alternativ können Sie eines der drei offiziellen Icons verwenden. Diese sollten gut sichtbar positioniert sein und können beispielsweise im Video eingeblendet oder als Wasserzeichen im Bild integriert werden.
Schnellübersicht der Anwendungsfälle:
In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht, wann genau eine Kennzeichnung notwendig ist:
Ikone
Wann zu verwenden
Anwendungsbeispiele
Grundlegendes Symbol
Wenn KI an der Erstellung von Deepfake-Inhalten (Bild, Audio, Video) oder veröffentlichtem Text beteiligt war oder wenn eine benutzerdefinierte Textbeschriftung oder eine interaktive zweite Ebene implementiert ist
Deepfake-Video mit dem Text „voices generated with“ gefolgt vom Grundsymbol
Vollständig KI-generiert
Wenn der gesamte Deepfake-Inhalt (Bild, Audio, Video) oder Text vollständig von KI generiert wird, ohne von Menschen geschaffene Elemente oder menschliche redaktionelle Kontrolle (abgesehen von der Aufforderung)
Vollständig KI-generierte Deepfake-Videos mit Politikern oder fiktiven Ereignissen Vollständig KI-komponierte Musik oder Kunst* KI-generierte Nachrichtenzusammenfassungen
Teilweise AI-modifiziert
Wenn bereits bestehende, von Menschen erstellte Inhalte teilweise modifiziert wurden, wurde KI zu einem Deepfake oder Text in Angelegenheiten von öffentlichem Interesse.
Ein Gesicht in einem authentischen Foto wird mit einem Gesicht eines Politikers getauscht, der KI verwendet Authentische Fotos einer leeren Wohnung werden mit KI eingerichtet
Quelle: Europäische Kommission: EU-Icons zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten,
Warum ist die Kennzeichnung wichtig?
Die neue Richtlinie sorgt für mehr Bewusstsein und Transparenz in einer digitalen Welt, die zunehmend von Künstlicher Intelligenz geprägt ist. Sie ermöglicht es Nutzern:
Falschinformationen besser zu erkennen.
Vertrauen in die Inhalte zu stärken.
Einen bewussteren Umgang mit KI-erzeugten Inhalten zu pflegen.
Die Kennzeichnungspflicht ist ein wichtiger Schritt, um die Auswirkungen von KI-Technologien auf Gesellschaft und Kommunikation verantwortungsvoll zu gestalten.
Fazit: Halten Sie sich an die Kennzeichnungspflicht
Ob Deepfakes, Texte oder Bilder – halten Sie sich an die klaren Richtlinien des EU AI Acts, um Transparenz zu schaffen und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Eine eindeutige Kennzeichnung schützt nicht nur die Leser, sondern stärkt auch Ihre Glaubwürdigkeit als Content-Ersteller.
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